Gut zu wissen

Fieber – was nun?

Meist fallen fiebernde Pferde durch Inappetenz und reduziertes Allgemeinbefinden auf. Das Messen der Körperinnentemperatur ist wichtig, um eine Diagnose möglichst früh zu sichern. Kontaktieren sie am besten ihren Tierarzt. Dieser ist in der Lage mit relativ einfachen Methoden und Möglichkeiten eine ernstere oder ansteckende Erkrankung festzustellen oder auszuschließen. Bedenken Sie, dass eventuell auch wiederholte Beprobungen durchgeführt werden müssen, da ein negatives Ergebnis keine Garantie für Erregerfreiheit gibt z.B. wenn das Pferd noch keine Erreger auscheidet)

Gemessen wird die Körperinnentemperatur im After des Pferdes. Am besten in Ruhe und nicht direkt nach Bewegung, denn auch solche Faktoren können die Temperatur beeinflussen. Ab einem Wert von 38,1°C hat das Pferd erhöhte Temperatur. Von Fieber sprechen wir ab 38,5°C.

Zudem sollten ein paar Maßnahmen zum Schutz vor eventueller Ansteckung der anderen Pferde getroffen werden. Zuerst sollten die anderen Einsteller über die Situation informiert und aufgeklärt werden. Ein offener Umgang mit eventuell ansteckenden Krankheiten ist ratsam damit eine Ausbreitung weitestgehend vermieden werden kann.

Wenn nur ein Pferd erkrankt ist, ist es ratsam dieses sofort zu isolieren.  Frühzeitiges Isolieren hat den Vorteil einen Seuchenausbruch zu vermeiden, da die Erreger erst 2-3 Tage nach dem  ersten Fieberschub ausgeschieden werden.  Direkter Nasenkontakt zu anderen  Artgenossen sollte unterbunden werden – z.B. kann eine Box die Gitterstäbe hat durch Holzplatten abgehängt werden. Koppelgang ist erlaubt, wenn auch hier der direkte Kontakt mit Artgenossen verwehrt wird.

Sind in einem Stall mehrere Pferde betroffen sollten Quarantänezonen eingerichtet werden. Hier bietet sich an verschiedene Bereiche abzutrennen:

  • erkrankte Pferde
  • verdächtige Pferde (Pferde, die Kontakt zu erkrankten Pferden hatten)
  • gesunde Pferde (Pferde, die keinen Kontakt zu erkrankten Pferden hatten)

Pferde- und Personenverkehr ist weitestgehend einzuschränken,  auch sollte auf Hunde und Katzen geachtet werden, die frei auf dem Stallgelände unterwegs sind. Alle, auch die nicht erkrankten Pferde sollten täglich auf Fieber kontrolliert werden

Desinfektion (dabei sollte auf geeignetes  Desinfektionsmittel geachtet werden) und Hygiene hat äußerste Wichtigkeit. Das Tragen von Schutzkleidung  wie Overalls, Handschuhen und Stiefelüberziehern (Einmalartikel) sollte Sichergestellt sein. Für jeden Stallbereich müssen separate Stallgeräte (Schubkarren, Besen, Mistgabeln etc.) zur Verfügung stehen. Außerdem sollte die Möglichkeit zur Händedesinfektion bestehen.

Das Bewegungsmanagement könnte man wie folgt gestalten:

  1. durch räumliche Trennung

Gesunde, verdächtige und erkrankte Pferde werden separat bewegt z.B. gesunde Pferde nur in der Reithalle, erkrankte Pferde nur auf dem Reitplatz, keine gemeinsamen Laufwege benutzen. Bei Weidehaltung sollte der Zaunabstand mindestens 10Meter betragen.

       2. durch zeitliche Trennung

Zuerst die gesunden Pferde, dann die verdächtigen Pferde und zuletzt die erkrankten Pferde.

Bei Koppelgang kann man vormittags die gesunden Pferde rausstellen und nachmittags die erkrankten Pferde auf separaten Koppeln.

 

Wie sie sehen ist gutes Management absolut notwendig. Scheuen Sie sich nicht uns zu kontaktieren, wenn Sie sich dabei noch weitere Unterstützung wünschen.

Wie sie sehen ist gutes Management absolut notwendig. Scheuen Sie sich nicht uns zu kontaktieren, wenn Sie sich dabei noch weitere Unterstützung wünschen.

 

Immer aktuell – Medikamentenabgabe an Tierhalter

Oft werden wir von Pferdebesitzern gebeten, Medikamente (Betrifft auch Wurmkuren) abzugeben obwohl das betreffende Pferd nicht von einem unserer Tierärzte im heimatlichen Stall betreut oder in der Klinik vorstellig gewesen ist. Dieser Bitte können und dürfen wir nicht nachkommen und möchten Ihnen an dieser Stelle aufzeigen, warum das so ist:

In der tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) sind der Erwerb, die Herstellung und die Abgabe von Tierarzneimitteln durch die Tierärzte (Klinik und Praxis) geklärt und vorgegeben.

In der Verordnung ist festgeschrieben, dass die Abgabe von apotheken- und verschreibungspflichtigen Medikamenten nur dann gestattet ist, wenn der Patient dem Tierarzt vorgestellt wurde und die Abgabe im Zusammenhang zu einer tierärztlichen Behandlung steht.

Uns unbekannten Pferden und Haltern können wir demnach keine Medikamente aushändigen, ohne uns strafbar zu machen.

Wurde das Pferd bereits in unserer Pferdeklinik vorgestellt bzw. durch einen Tierarzt unserer Fahrpraxis betreut,  kann von der oben beschriebenen Praxis abgewichen werden. Wenn wir aus den Patientenunterlagen entnehmen können, dass das angeforderte Medikament in Zusammenhang mit einer Behandlung und deren regelmäßiger Nachuntersuchung steht, ist die Abgabe ohne erneute Vorstellung des Pferdes möglich.

Darüber hinaus ist eine Abgabe von Medikamenten auf Vorrat nicht zulässig. Es darf nur die erforderliche Menge für eine bestimmte Behandlung an die Halter abgegeben werden.

Unsere Mitarbeiter an der Rezeption sind angewiesen, apotheken- und verschreibungspflichtige Medikamente ausschließlich nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt auszugeben.

Weidemyopathie - atypische/saisonale

Vorsicht, wenn die Tage kürzer werden und der erste Nachtfrost zu erwarten ist.

Ab Herbst droht die Gefahr einer Weidemyopathie besonders. Bisher konnte noch nicht 100%ig geklärt werden, was der Auslöser dieser plötzlich auftretenden, meist tödlich verlaufenden Krankheit ist. Jedoch hat eine neuere, europaweite Studie von rund 300 Fällen gezeigt, dass Bäume, vor allem Ahorn, eine Rolle bei der Pathogenese der Krankheit mitspielen. Es ist also ratsam zu verhindern dass extensiv gehaltene Pferde Ahornsamen aufnehmen können. Der Bergahorn ist dabei potentiell gefährlich! Zum Vorbeugen der Aufnahme der Samen durch Pferde reicht meistens das Füttern von extra Heu aus. Typische Umstände bei denen es vermehrt zu dieser akut verlaufenden Muskelerkrankung kommen kann: - Reine Weidehaltung - Erste Nachtfröste- Besondere Vorsicht ab Herbst - Vorwiegend junge Pferde - Wenig Zufütterung Die Erkrankung verläuft meist hoch akut und zeigt folgende Symptome: - Allgemeine Schwäche - Muskelzittern - Tachykardie (Herzrasen) und Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz) - Rotbraun verfärbter Urin Achtung, wird gerne mit Kolik, Kreuzverschlag oder akuter Rehe verwechselt. Eigene Erfahrungen zeigen, dass auch durchaus ausgewachsene Tiere betroffen sein können. Weiden, auf denen diese Erkrankung bereits aufgetreten ist, sind zu meiden. 

Kontaktieren Sie umgehend einen Tierarzt, wenn Ihnen die beschriebenen Symptome auffallen.

Selektive Entwurmung

Immer häufiger lassen sich Endoparasiten von Entwurmungspräparaten nicht mehr beeindrucken - sie sind resistent. 

Parasitologen fordern einen Taktikwechsel - mit bekannten Waffen, aber einer neuen durchdachten Methode.

Informationen hierzu als PDF zum Download