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Stammzellentherapie

Stammzellentherapie

Verletzungen an den Sehnen und Bändern gehören nach wie vor zu den am meisten gefürchteten Erkrankungen beim Pferd. In den letzten Jahren haben neue Behandlungs­möglichkeiten für diese Verletzungen die Heilungschancen deutlich verbessert: Stammzellentherapie ist hier das Stichwort.

Aus der Humanmedizin übernommen, wird in den USA bereits seit einiger Zeit der Einsatz von Stammzellen und so genannten Wachstumsfaktoren zur Regeneration von beschädigtem Gewebe eingesetzt. Bei uns wird diese Methode von entsprechend qualifizierten Veterinär­medizinern ebenfalls -mittlerweile langjährig — angewendet. Durch die Behandlung genesen die Pferde im Idealfall vollständig und sind auch sportlich uneingeschränkt einsetzbar.

Die Stammzellentherapie setzt insbesondere auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze:

  • Die Einspritzung körpereigener Knochenmarksflüssigkeit, die zuvor aus dem Brustbein des Pferdes entnommen wurde. Die Zellen lagern sich an und führen zu einer Regeneration des Gewebes.
  • Die zweite Methode setzt auf die technische Vermehrung von Stammzellen in Speziallabors, die dann später ebenfalls in den erkrankten Bereich injiziert werden.

In beiden Fällen führen die eingespritzten Zellen zu einer natürlichen Regeneration des geschädigten Gewebes und vermeiden die Bildung von weniger belastbarem Ersatzgewebe (Narbengewebe).

Die Behandlung

Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, die zur Selbsterneuerung durch Replikation und zur Differenzierung in verschiedene Gewebetypen in der Lage sind. Diese Zellen kann man aus dem Knochenmark gewinnen. Beim Pferd geschieht das durch die Punktion des Brustbeins.

Eine spezielle Punktionskanüle wird in das Brustbein am stehenden Pferd eingeführt und 20-60 ml Knochenmark abgesaugt. Das gewonnene Knochenmark wird dann in der Regel abzentrifugiert, dadurch konzentriert und je nachdem -zusätzlich mit PRP (eine aus dem Blut gewonnene Fraktion der weißen Blutkörperchen, die zusätzliche Wachstumsfaktoren enthält) angereichert. Entgegen der Aussagen aus der Humanmedizin, dass eine Kochenmarkpunktion beim Menschen sehr schmerzhaft ist, tolerieren Pferde diesen Eingriff mit einer Sedation und einer Lokalanästhesie ohne Probleme. Je nach Lokalisation wird das gewonnene Substrat unter Ultraschallkontrolle in das geschädigte Gewebe gespritzt. Bei der Direktinjektion werden zusätzlich die im Knochenmark vorhandenen Wachstumsfaktoren mit übertragen.

Der Rest des Aspirates kann dann in ein Speziallabor zur Vermehrung der Stammzellen versandt werden, um dann nach 3-4 Wochen injiziert werden zu können. Die Kosten für eine Knochenmarkentnahme und gleichzeitige Injektion betragen ca. 600 Euro, für die Stammzellenvermehrung im Labor kommen allerdings noch 1.100 Euro hinzu.

Die Heilung der Sehnenschäden erfolgt zwar nicht schneller als bei anderen, herkömmlichen Methoden, das neu entstehende Gewebe ist aber in der Qualität deutlich besser.

Wenn Sie sich fragen, ob bei ihrem Pferd eine Stammzellentherapie, evtl. kombiniert mit PRP, sinnvoll sein könnte, beraten wir sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail an: ed.nhabnner-kinilkedrefpTOBMAPS]ta[ITNAofni