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Laparoskopie

Laparoskopie

Ende des 19ten Jahrhunderts wurden in der Humanmedizin erste Versuche unternommen die Bauch- und Brusthöhle endoskopisch zu untersuchen. Anfangs benutzte man Spekulum und Spiegel um die Körperhöhlen auszuleuchten. Diese Methoden wurden über die nächsten hundert Jahre stetig verbessert und heute gehören die endoskopischen Operationen zum Standard. Die Laparoskopie hat gerade beim Pferd entscheidende Vorteile. Zum einen ist sie eine minimalinvasive Operationsmethode, somit sind die Operationsrisiken wie z.B. Wundheilungsstörungen entscheidend gemindert und die Pferde sind nach kurzer Zeit wieder einsatzfähig. Ein weiterer großer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Operation meistens am stehenden und sedierten Pferd durchgeführt werden kann und somit eine Vollnarkose entfällt.

Kastration von Kryptorchiden

Kryptorchide Hengste, bei denen die Hoden in der Bauchhöhle liegen werden mittels Laparoskopie kastriert. Gerade bei Kryptorchiden, deren Herkunft und Vorgeschichte ungewiss ist und man daher nicht nachvollziehen kann, ob es einen oder noch beide Hoden geben müsste, ist die Laparoskopie die Methode der Wahl. Mit dieser Methode lässt sich sehr schnell und einfach klären auf welcher Seite der zu entfernende Hoden sitzt oder ob doch noch beide Hoden in der Bauchhöhle liegen.

Kastration von Stuten

Heute hat die Laparoskopie einen wichtigen Stellenwert bei allen Erkrankungen an den Eierstöcken der Stute eingenommen. Die Entfernung der Ovarien ist um einiges schmerz- und stressfreier und das Komplikationsrisiko der Operation auf ein Minimum reduziert. Auf Grund des kleinen Flankenschnittes können die Stuten sehr schnell wieder bewegt und geritten werden.

Diagnostische Laparoskopie/Pleuroskopie

Eine weitere wichtige Indikation ist die explorative Laparoskopie, hierbei wird die Bauchhöhle zu rein diagnostischen Zwecken untersucht. Sie wird vor allem eingesetzt bei Pferden, die häufig ohne erkennbare Ursache koliken. Es kann sich dabei um z.B. Verklebungen oder Fremdkörper handeln.

Eine endoskopische Untersuchung des Thorax kann hilfreich sein, wenn neoplastische Erkrankungen im Bereich der Pleuraoberflächen vorliegen. Auch bei der Biopsie dieser Tumoren kann sie unterstützend eingesetzt werden.

Verschluss des Milz-Nieren-Raumes

Eine relativ neue laparoskopische Therapie ist der Verschluss des Milz-Nieren-Raumes. Besonders bei großrahmigen Pferden kann sich der Dickdarm in den Spalt zwischen Milz und Niere verlagern und eine Kolik verursachen. Nach dem laparoskopischen Verschluss wird dem Dickdarm der Zugang in diesen Spalt unmöglich und somit kann hier eine Verlagerung nicht mehr stattfinden.